Blogbeitrag vom 04.07.2026
- 4. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Erster Ferientag. Ein Jahr ist der letzte Blog her? Da sieht man, wie consuming das Schuljahr ist. Nun kann der Fokus wieder auf FLINTAXI gesetzt werden.
Was ist in dem Jahr passiert… puuh.. ich hatte vor, letzten Sommer viele Reels zu drehen, habe es dann wohl nicht geschafft. Im Laufe des Jahres hatte ich dann einige Interviewanfragen bei FM4, Heute Zeitung, Podcast, Sorority (Sisters), Profil, eine Campus Zeitschrift und vom Standard. Diese öffentliche Präsenz brachte viele neuer Mitglieder auf der FLINTAXI Website und viele neue Followers auf Instagram. Das schafft Vertrauen innerhalb der Community und zeigt mir, wie wichtig das Projekt ist. Nicht nur Anfragen von Medien kamen herein. Auch meldeten sich immer wieder Personen mit ihren Erzählungen über Übergriffe im Taxi, von unangenehmen Gesprächen in eine perverse Richtung über „zwischen die Beine greifen“ bis „hat mich eingesperrt im Taxi bis die Polizei kam“ etc. Das Signal ist klar: FLINTAXI braucht es. Und genau das hält mich an der Stange. Ich hatte in den letzten Monaten öfter den Gedanken, aufzugeben. Finanzielle Unterstützung habe ich von keiner Seite erhalten, trotz vieler Mails und Bewerbungen für Förderungen. Die Wirtschaftsagentur Wien, auf die ich immer wieder hingewiesen wurde, fördert keine Ein-Person-Unternehmen (EPU), andere wollen schon eine erster Version einer App sehen, um weiter zu finanzieren, dann wiederum kann man Personen mit einem Vollzeitjob nicht sponsorn… Frustrierend. Auch vom Frauenministerium kam keine Unterstützung, die weiterhilft. Somit bleibt der ganze Load an mir hängen. Daher bin ich umso dankbarer für die Menschen, die auf mich zu gekommen sind in der Zeit. Sei es Journalistinnen, die darüber berichten wollten, Studierende, die für mein Unternehmen ein Werbevideo drehen wollten, eine IT-Entwicklerin, die meine Website komplett kostenlos neu gestalten wollte, und auch ein mittlerweile ganz wichtiger Mensch für FLINTAXI, mein App-Entwickler aus Mödling. Er schrieb mir nach dem Standard-Artikel, dass er mich gerne bei meinem App-Vorhaben unterstützen möchte. Beim ersten Treffen in Wien wusste ich sofort, dass ich diesem Mann vertrauen werde, da er die Idee der sicheren Taxi-App gleich verstanden hatte und auch dahinter stand. Die eingeholten Angebote für Apps reichten von 0€ (Uni-Projekt) bis 94.000€ (Firma aus dem Ausland). Ich habe mich für die Zusammenarbeit mit dem Entwickler aus Mödling entschieden, weil ich gerne lokal mit jemandem zusammenarbeiten möchte und aktiv an der Entwicklung beteiligt sein wollte und mir wichtig war, dass die Person, die das entwickelt hinter der Idee steht und mit Herzblut dabei ist. Da habe ich einfach die richtige Person gefunden und bin sehr froh, dass ich den Sommer über mit ihm zusammenarbeiten kann. In Erinnerung wird mir immer bleiben, dass wir den Vertrag zur Entwicklung der App in Podersdorf am Neusiedlersee in seinem Wohnmobil unterschrieben hatten. Übrigens mein erster Vertrag, wo ich wirklich lange dran gearbeitet habe und wirklich mit aufgesetzt habe und nicht nur unterschrieben. Da muss man schon den Zeiten der KI danken!!
Wie das Ganze finanziell aussieht, auch für die Zukunft, App betreiben, warten, verwalten, Mitarbeiter:innen bezahlen etc, bin ich noch weiterhin unsicher, was mich oft zweifeln lässt, ob es mich finanziell in den Ruin treibt. Denn: gibt es genug Fahrende, um genug Umsätze zu machen, dass sich das Projekt selbst finanziert? Gibt es genug Buchende, die das Angebot auch wirklich nutzen trotz längerer Wartezeiten und fairer Preise? Was, wenn doch mal was passiert und sich jemand unwohl / unsicher fühlt? Was, wenn einer FLINTA-Person am Steuer eine übergriffige Frage über den Mund geht? Was, wenn FLINTAXI dann einen Shitstorm erhält? Am Ende des Tages denke ich mir, dass Menschen keine Maschinen sind und daher auch Fehler machen (dürfen). Wichtig ist, dass jemand die Betroffenen ernst nimmt, prüft, schult, sperrt etc.
FLINTAXI kann ich dann, sobald die App launcht, nicht mehr alleine führen. In den letzten Monaten kamen 5-7 interessierte FLINTA*-Personen auf mich zu, um bei FLINTAXI zu lenken. Ich habe alle getroffen und über den Taxischein gesprochen und eine mögliche Anstellung bei mir. Man hat gemerkt, dass sie alle die Idee unterstützen wollen. 4 davon haben bereits den Schein gemacht. Montag nächste Woche treffe ich meine zukünftige Fahrerin und schule sie auf das Auto ein. Somit könnte es noch im Juli dazu kommen, dass neben mir noch zwei weitere FLINTA*-Personen das Taxi lenken.
Was ich diesen Sommer zu tun haben werde, neben zwei neue Menschen beschäftigen:Ich werde Werbe-Reels drehen (Danke an alle, die sich freiwillig zum Mitmachen gemeldet haben <3), Rechtliche Texte für die App aufsetzen, Verträge aufsetzen, Förderungen weiter anfragen, achja und den Sommer auch genießen – sonst gibt’s Burnout!!!
Was wird demnächst noch passieren:
Die neue Version der Website, die mein Entwickler aufgesetzt hat, wird in Kürze launchen. Das wird eine erste Version sein, die es ermöglicht, Fahrten online zu bestellen (und vorzubuchen), den Preis einzusehen und auch online zu bezahlen. Dazu wird es nötig sein, dass sich alle nochmal neu registrieren, damit das DSGVO-konform sauber von der alten Website (die bei WIX) liegt, getrennt ist. Dann können wir echte Rides testen und echte Zahlungen entgegen nehmen. Daher seid ihr und euer Feedback gefragt. Nutzt dazu das Feedback-Formular.
Achja und das Crowdfunding sollte ich auch noch erwähnen. Nachdem der Andrang nach dem Standard und FM 4 Interview so riesig war, habe ich mir überlegt, dass ein Community-Crowdfunding Sinn machen würde, um erste Ausgaben für die App Entwicklung zu decken. Da sind bereits über 1500€ hereingekommen, für die ich enorm dankbar bin! Auch ein Zeichen für mich, DRANZUBLEIBEN!!
Schönen Sommer und ich hoffe, ich kann euch öfter updaten!
Anhang:
Alle Zeitungsartikel im Laufe der Zeit:
VIDEO der Studierenden-Gruppe der FH Hagenberg (OÖ)
Kommentare